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Rechtliche Rahmendaten für Xolib: Datenquellen-Katalog DACH

Die BBSR-Excel-Tabelle und die Regionaldatenbank Deutschland (Tabelle 71231) sind die beiden wichtigsten maschinenlesbaren Ankerpunkte für Xolibs regulatorischen Datenlayer. 14 von 16 Bundesländern haben eine aktive Mietpreisbremse, 14 von 16 eine abgesenkte Kappungsgrenze — aber keine einzige dieser Verordnungen existiert als echte Open-Data-API. Die Geodatenlage bei Milieuschutzgebieten ist in Berlin, München, Hamburg und Köln exzellent (WFS/GeoJSON), in Frankfurt und Stuttgart mangelhaft. Grundsteuer-Hebesätze aller ~10.800 Gemeinden lassen sich über die REST-API der Regionalstatistik beziehen; die reformierten Hebesätze 2025 fehlen dort allerdings noch. Für Betriebskosten und WEG-Beschlüsse existieren keine maschinenlesbaren offenen Datensätze — hier muss Xolib eigene Datenstrukturen aufbauen.


Mietpreisbremse: 752 Gemeinden in einer einzigen Excel-Datei

Zentrale Datenquelle: BBSR-Gemeindeliste

Feld Details
1. Name Gemeindeliste Mietpreisbremse & Kappungsgrenzenverordnung
2. Herausgeber BBSR (Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung)
3. URL https://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/forschung/fachbeitraege/wohnen-immobilien/mieten-preise/mietpreisbremse/01-start.html
4. Lizenz Kostenlos, keine explizite Open-Data-Lizenz angegeben
5. Format XLSX (39 KB), inkl. Karte
6. Auflösung Gemeinde-Ebene mit AGS (Amtlicher Gemeindeschlüssel)
7. Aktualisierung Bei Verordnungsänderungen, zuletzt Januar 2026
8. Zeitliche Tiefe Ab 2015 (Einführung der Mietpreisbremse)
9. Xolib-Mapping rent_cap_active: bool, rent_cap_limit: 15|20, regulation_end_date, state_regulation_name — Join über AGS auf H3-Index
10. Technisch XLSX → CSV-Konvertierung trivial; AGS ermöglicht Geocoding via Gemeindeverzeichnis; kein API-Zugang, manueller Download nötig; Polling bei Verordnungsänderungen empfohlen

Alle 16 Bundesländer im Überblick

Der Bundestag verlängerte am 26.06.2025 die Ermächtigungsgrundlage (§556d BGB) bis 31.12.2029. Bundesweit sind 752 Gemeinden mit 32,2 Mio. Einwohnern (~39% der Bevölkerung) erfasst. Die Verordnungstexte liegen ausschließlich als PDF oder HTML in Landesrechtsportalen — kein Bundesland bietet eine maschinenlesbare Gemeindeliste als CSV oder API an.

Bundesland Status Gemeinden Gültig bis Verordnung
Baden-Württemberg ✅ Aktiv 130 31.12.2026 Mietpreisbegrenzungsverordnung BW (GBl. 2020), verlängert 16.12.2025
Bayern ✅ Aktiv 285 31.12.2029 Mieterschutzverordnung (MiSchuV), Neufassung Dez 2025, GVBl. 2025 S. 718
Berlin ✅ Aktiv Gesamtstadt 31.12.2029 Mietenbegrenzungsverordnung, GVBl. 2025 S. 577
Brandenburg ✅ Aktiv 36 31.12.2029 MietbegrenzV, Neufassung ab 1.1.2026
Bremen ✅ Aktiv Stadt Bremen 31.12.2029 Mietenbegrenzungsverordnung, GBl. Bremen 2025 S. 1254
Hamburg ✅ Aktiv Gesamtstadt 31.12.2029 Mietpreisbegrenzungsverordnung, HmbGVBl. 2025 S. 684
Hessen ✅ Aktiv 49 25.11.2026 Mieterschutzverordnung (MiSchuV), GVBl. 2020 S. 802, verlängert Nov 2025
Mecklenburg-Vorp. ✅ Aktiv 2 (+8 ab 2026) 30.09.2028 MietBgKaLVO M-V, GVOBl. 2023 S. 723
Niedersachsen ✅ Aktiv 57 31.12.2029 Nds. Mieterschutzverordnung, Nds. GVBl. 2024 Nr. 122
NRW ✅ Aktiv 57 31.12.2029 MietSchVO NRW, GV. NRW. 2025
Rheinland-Pfalz ✅ Aktiv erweitert bis 2029 Mietpreisbegrenzungsverordnung, RP GVBl. 2025 S. 538
Saarland ❌ Nie erlassen Kein angespannter Wohnungsmarkt identifiziert
Sachsen ✅ Aktiv 2 (DD, L) 30.06.2027 SächsMPBVO, SächsGVBl. 2022 Nr. 22
Sachsen-Anhalt ❌ Nie erlassen Kein angespannter Wohnungsmarkt identifiziert
Schleswig-Holstein ⚠️ Ausgelaufen 0 (ehem. 12) 30.11.2019 Vorzeitig aufgehoben; nur Kappungsgrenze seit 2024
Thüringen ✅ Aktiv 2 (EF, J) bis 2027 ThürMietBegrVO, GVBl. 2021 S. 13

Trend 2025/2026: Massive Ausweitung der Gebietskulissen — Bayern von 208 auf 285, Niedersachsen von 19 auf 57, NRW von 22 auf 57, Brandenburg von 19 auf 36, Baden-Württemberg von 89 auf 130 Gemeinden. Für Xolib bedeutet das: ein statisches Datenmodell reicht nicht, der Ingestion-Prozess muss Verordnungsänderungen tracken.

Ergänzende redaktionelle Quelle: Haufe bietet die aktuellste strukturierte Webübersicht aller Kommunen pro Bundesland unter haufe.de/immobilien/verwaltung/mietpreisbremse-in-diesen-staedten-gilt-sie/mietpreisbremse-regelungen-der-bundeslaender_258_334796.html. Nicht maschinenlesbar, aber als Validierungsquelle für den BBSR-Datensatz wertvoll.


Kappungsgrenze: 814 Gemeinden mit 15% statt 20%

Datenquelle identisch: BBSR-XLSX

Die BBSR-Tabelle enthält auch die Kappungsgrenzen-Zuordnung pro Gemeinde. 14 von 16 Bundesländern haben eine Kappungsgrenzenverordnung erlassen (identisch mit Mietpreisbremse, außer Schleswig-Holstein: dort nur Kappungsgrenze aktiv, keine Mietpreisbremse). In 681 Gemeinden gelten beide Instrumente gleichzeitig; in 62 Gemeinden gilt nur die abgesenkte Kappungsgrenze.

Bundesland 15%-Gemeinden Gültig bis Besonderheit
Baden-Württemberg 130 31.12.2026 Identische Gebietskulisse wie Mietpreisbremse
Bayern 285 31.12.2029 In einer kombinierten MiSchuV geregelt
Berlin Gesamtstadt 10.05.2028 Separate Kappungsgrenzenverordnung
Brandenburg 36 ~31.12.2030 Separate KappGrenzV
Bremen Stadt Bremen 31.08.2029 Ohne Bremerhaven
Hamburg Gesamtstadt 31.08.2028 Separate Verordnung
Hessen 49 25.11.2026 In MiSchuV integriert
Mecklenburg-Vorp. 2 (+8 ab 2026) 30.09.2028 In MietBgKaLVO integriert
Niedersachsen 57 31.12.2029 In Mieterschutzverordnung integriert
NRW 57 28.02.2030 Neue MietSchVO NRW ab 1.3.2025
Rheinland-Pfalz Mainz, Landau, LU, Speyer + Rhein-Pfalz-Kreis 30.09.2029 Trier fällt raus
Saarland ❌ Keine Standard 20%
Sachsen DD + L 30.06.2027 Separate KappGrenzVO
Sachsen-Anhalt ❌ Keine Standard 20%
Schleswig-Holstein 62 30.04.2029 Nur Kappungsgrenze, KEINE Mietpreisbremse
Thüringen EF + J 30.09.2029 ThürKappGrVO

Xolib-Feature-Mapping: rent_increase_cap_pct: 15|20 — abgeleitet aus der gleichen BBSR-Tabelle. Der Sonderfall Schleswig-Holstein (Kappungsgrenze ohne Mietpreisbremse) muss im Datenmodell separiert werden. Alle Verordnungstexte liegen ausschließlich als PDF/HTML in Landesrechtsportalen vor — keine Gemeindeliste als CSV/JSON/API von irgendeinem Bundesland.


Milieuschutzgebiete: vier Städte mit erstklassigen Geodaten

Es gibt keine bundesweite zentrale Übersicht aller Erhaltungssatzungsgebiete (§172 BauGB). Die Zuständigkeit liegt bei den Kommunen. Die Geodatenlage variiert stark:

Berlin — Erhaltungsverordnungsgebiete (WFS)

Feld Details
1. Name Erhaltungsverordnungsgebiete § 172 BauGB
2. Herausgeber Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen
3. URL https://daten.berlin.de — Datensatz „Erhaltungsverordnungsgebiete" (seit Dez 2025 neues Geoportal gdi.berlin.de statt FIS-Broker)
4. Lizenz Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0 (dl-de-zero-2.0)
5. Format WFS (GML 2/3), WMS
6. Auflösung Polygone (Gebietsgrenzen), ca. 70+ Gebiete in allen 12 Bezirken
7. Aktualisierung Fortlaufend bei Neuerlass
8. Zeitliche Tiefe Ab Erlass der jeweiligen Verordnung
9. Xolib-Mapping milieu_protection_zone: bool, milieu_zone_name: str, milieu_zone_since: date — Spatial Join Polygon → H3
10. Technisch FIS-Broker → neues Geoportal Berlin (gdi.berlin.de) migriert Ende 2025; WFS-URLs haben sich geändert; EPSG:3068 (Soldner Berlin) beachten; Quellenvermerk erforderlich

München — Erhaltungssatzungsgebiete (WFS + GeoJSON)

Feld Details
1. Name Gebiete mit Erhaltungssatzungen in der LH München
2. Herausgeber Referat für Stadtplanung und Bauordnung
3. URL https://opendata.muenchen.de/dataset/erhalt_umgriff — WFS: karten.muenchen.de/geoserver/plan/ows?service=WFS&typeName=plan:satz_erhalt_poly&outputFormat=application/json
4. Lizenz dl-de-by-2.0 (Namensnennung)
5. Format WFS (GeoJSON, Shapefile, CSV, GML), WMS — hervorragend!
6. Auflösung Polygone, 36 Gebiete, ca. 204.900 Wohnungen, ~339.500 Einwohner
7. Aktualisierung Bei Änderungen; Überprüfung alle 5 Jahre
8. Zeitliche Tiefe Ab Erlass der Satzung
9. Xolib-Mapping Identisch Berlin
10. Technisch CKAN-API verfügbar; GeoJSON direkt als WFS-Output, ideal für H3-Konvertierung; maxFeatures-Parameter auf 50 Default → erhöhen

Hamburg — Soziale Erhaltungsverordnungen (WFS + JSON)

Feld Details
1. Name Soziale Erhaltungsverordnungen — Gebiete in Hamburg
2. Herausgeber LGV Hamburg (Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung)
3. URL WFS: geodienste.hamburg.de/HH_WFS_SozErhVO?SERVICE=WFS&REQUEST=GetCapabilities — JSON: geodienste.hamburg.de/download?url=...&f=json
4. Lizenz dl-de-by-2.0 (Quellenvermerk: FHH, BSW)
5. Format WFS (GML), WMS, JSON-Download
6. Auflösung Polygone, ~14 Gebiete in Kraft + weitere in Aufstellung
7. Aktualisierung Halbjährlich
8. Zeitliche Tiefe Ab Erlass
9. Xolib-Mapping Identisch Berlin/München; zusätzlich zone_status: in_kraft|in_aufstellung
10. Technisch Auch auf GovData.de gelistet; zweiter WFS für städtebauliche Erhaltungsverordnungen (§172 Abs. 1 Nr. 1) separat verfügbar

Köln — Soziale Erhaltungssatzungen (Shapefile + WFS)

Feld Details
1. Name Soziale Erhaltungssatzungen Köln
2. Herausgeber Stadt Köln
3. URL https://ckan.open.nrw.de/dataset/soziale-erhaltungssatzungen-koln-k
4. Lizenz Datenlizenz Deutschland
5. Format Shapefile (ZIP), WFS, WMS
6. Auflösung Polygone
7. Aktualisierung Bei Änderungen
9. Xolib-Mapping Identisch
10. Technisch Über Open.NRW-Portal abrufbar

Frankfurt am Main — nur WebGIS, kein Download

Frankfurt stellt Erhaltungssatzungsgebiete im Planauskunftssystem planAS (planas.frankfurt.de) dar, bietet aber keinen WFS/GeoJSON-Download als Open Data. Nur visuelle Abfrage möglich. Für Xolib müsste bei Bedarf ein Scraping-Ansatz oder eine Anfrage beim Stadtplanungsamt geprüft werden.

Stuttgart — nur PDF-Satzungspläne

Stuttgart hat Erhaltungssatzungen (Nordbahnhofviertel, Friedhofstraße u.a.), stellt aber keine Geodaten als Open Data bereit. Nur PDF-Satzungspläne unter stuttgart.de/leben/stadtentwicklung/stadtplanung/soziale-erhaltungssatzungen. Das Geoportal Stuttgart bietet drei WMS-Dienste (Stadtgrundkarte, Luftbilder, Bodenrichtwerte), aber keine Milieuschutz-Layer.


Zweckentfremdungsverbote existieren in mindestens 12 Bundesländern

Überblick der Landesgesetze

Feld Details
1. Name Zweckentfremdungsgesetze der Länder
2. Herausgeber Jeweilige Landesgesetzgeber
3. URL Landesrechtsportale (gesetze.berlin.de, gesetze-bayern.de, recht.nrw.de etc.)
4. Lizenz Gesetzestexte = gemeinfrei (amtliche Werke)
5. Format HTML (maschinenlesbar als Gesetzestext, aber keine strukturierte Datentabelle)
6. Auflösung Landesebene (Ermächtigung) → Gemeindeebene (Satzung)
7. Aktualisierung Bei Gesetzesänderungen
9. Xolib-Mapping short_term_rental_ban: bool, registration_required: bool, registration_id_field: str, max_fine_eur: int, exempt_days_per_year: int
10. Technisch Keine zentrale maschinenlesbare Übersicht; zweistufige Struktur (Landesgesetz → kommunale Satzung) erfordert manuelles Tracking

Bundesländer mit Zweckentfremdungsgesetz: Berlin (ZwVbG), Hamburg (HmbWoSchG), Bayern (ZwEWG), Baden-Württemberg (ZwEWG BW), NRW (WohnStärkG), Brandenburg, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen. Ohne eigenes Gesetz: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Saarland, Schleswig-Holstein.

Die wichtigsten Städte mit aktiver Anwendung und Registrierungspflicht:

  • Berlin: Flächendeckend seit 2014, Registriernummer seit 2018, Bußgeld bis 500.000 €, Ausgleichszahlung 5 €/m²/Monat
  • Hamburg: Flächendeckend, Wohnraumschutznummer, Bußgeld bis 500.000 €
  • München: Eigene Satzung unter ZwEWG Bayern, >8 Wochen Fremdenbeherbergung = Zweckentfremdung, Bußgeld bis 500.000 €
  • NRW (Köln, Düsseldorf, Bonn, Münster, Aachen, Dortmund): Wohnraum-ID seit 1.7.2022 über bauportal.nrw, 12-stellig, Freigrenze 90 Tage/Jahr
  • Baden-Württemberg (Stuttgart, Freiburg, Konstanz, Tübingen, Heidelberg): Registrierungspflicht seit Novelle, Bußgeld bis 100.000 €

Für Xolib bedeutet die Registrierungspflicht ein relevantes Feature: Verwaltungsobjekte mit Ferienwohnungsnutzung können gegen Registrierungsdatenbanken abgeglichen werden, sofern die Kommunen APIs bereitstellen — aktuell tut das nur NRW systematisch über bauportal.nrw.


Grundsteuer-Hebesätze: die stärkste Open-Data-Quelle im gesamten Katalog

Primärquelle: Regionalstatistik.de (Tabelle 71231-03-01)

Feld Details
1. Name Realsteuervergleich — Hebesätze der Realsteuern aller Gemeinden
2. Herausgeber Statistische Ämter des Bundes und der Länder
3. URL https://www.regionalstatistik.de/genesis/online/ → Tabelle 71231-03-01
4. Lizenz Datenlizenz Deutschland – Namensnennung 2.0 (dl-de-by-2.0)
5. Format CSV, XLSX, JSON über GENESIS-Online; RESTful API (POST-Methode seit Nov 2025)
6. Auflösung Alle ~10.800 Gemeinden (Gemeindeebene mit AGS)
7. Aktualisierung Jährlich
8. Zeitliche Tiefe Ab ca. 1991/Mitte 1990er
9. Xolib-Mapping property_tax_rate_a: int, property_tax_rate_b: int, trade_tax_rate: int — Join über AGS → H3
10. Technisch Kostenlose Registrierung erforderlich seit Mai 2025; REST-API (kein SOAP/GET mehr); Python: genesisclient, regenesis; R: restatis, wiesbaden; Aktuellste Daten: 2023 (2024 folgt); Hebesätze 2025 (Reform) frühestens 2026/2027 im Realsteuervergleich

Ergänzungsquellen

Statistikportal.de bietet eine Excel-Gesamtdatei aller Gemeinden (1,13 MB) plus interaktive Karte unter statistikportal.de/de/veroeffentlichungen/hebesaetze-der-realsteuern-deutschland. Die Printpublikation wurde eingestellt; Daten fließen künftig nur noch in die Regionaldatenbank.

Wegweiser Kommune (Bertelsmann Stiftung) liefert Hebesätze über eine REST-API unter wegweiser-kommune.de/data-api/rest/export/ — allerdings nur für Gemeinden >5.000 Einwohner (~3.053 von ~10.800). Lizenz: dl-de-by-2.0.

GovData.de spiegelt den Regionalstatistik-Datensatz und bietet ihn unter eigener URL an: govdata.de/suche/daten/realsteuer-hebesatz-grundsteuer-gemeindeanteilegewerbesteuerumlage-gemeinden-gebietsstand-ab-01.

Grundsteuer-Reform 2025: neue Hebesätze noch nicht zentral verfügbar

Seit dem 1.1.2025 wird die Grundsteuer auf Basis reformierter Bemessungsgrundlagen erhoben. Die Gemeinden haben individuelle neue Hebesätze beschlossen, aber Destatis bestätigt: Hebesätze 2025 liegen statistisch noch nicht vor. Der Realsteuervergleich 2025 erscheint voraussichtlich erst 2026/2027.

Aufkommensneutrale Referenz-Hebesätze (die den Gemeinden als Orientierung dienten) sind bundeslandspezifisch veröffentlicht:

  • NRW: Online-Abfrage pro Kommune unter finanzverwaltung.nrw.de/aufkommensneutrale-hebesaetze (differenziert Wohn-/Nichtwohngrundstücke)
  • Sachsen: Hebesatzprognose unter smf.sachsen.de/hebesatzprognose-2025.html
  • Baden-Württemberg: Transparenzregister des Finanzministeriums (Bodenwertmodell)
  • Berlin: Hebesatz von 810% auf 470% gesenkt
  • Hamburg: Hebesatz von 540% auf 975% erhöht (angepasste Steuermesszahlen)

Für Xolib empfiehlt sich ein zweistufiger Ansatz: sofort die Regionalstatistik-API für historische Hebesätze bis 2024 anbinden; die Reform-Hebesätze 2025 manuell über Landes-Transparenzregister erheben, bis Destatis nachzieht.


Betriebskostenverordnung: kein maschinenlesbarer Datensatz verfügbar

BetrKV §2 — die 17 umlagefähigen Kostenarten

Feld Details
1. Name Betriebskostenverordnung (BetrKV)
2. Herausgeber BMJ (Bundesministerium der Justiz)
3. URL https://www.gesetze-im-internet.de/betrkv/
4. Lizenz Gemeinfrei (amtliches Werk)
5. Format HTML (Gesetzestext), nicht als strukturierter Datensatz
9. Xolib-Mapping operating_cost_categories[] — als statische Enum im System hardcodieren (17 Kategorien ändern sich selten)
10. Technisch Kategorien: 1. Grundsteuer, 2. Wasserversorgung, 3. Entwässerung, 4. Heizung, 5. Warmwasser, 6. Verbundanlage, 7. Aufzug, 8. Straßenreinigung/Müll, 9. Gebäudereinigung, 10. Gartenpflege, 11. Beleuchtung, 12. Schornsteinreinigung, 13. Versicherung, 14. Hauswart, 15. Antenne/Kabel (seit 1.7.2024 stark eingeschränkt — Wegfall Nebenkostenprivileg), 16. Wäschepflege, 17. Sonstige

DMB Betriebskostenspiegel

Feld Details
1. Name Betriebskostenspiegel
2. Herausgeber Deutscher Mieterbund (DMB)
3. URL https://mieterbund.de/service/checks-formulare/betriebskosten/betriebskostenspiegel/
4. Lizenz Kostenlos einsehbar, proprietär (keine Open-Data-Lizenz)
5. Format JPEG-Grafiken + PDFnicht maschinenlesbar
6. Auflösung Nur bundesweite Durchschnittswerte (keine regionale Aufschlüsselung veröffentlicht)
7. Aktualisierung Jährlich (aktuellster: Abrechnungsjahr 2024, veröffentlicht 18.12.2025)
9. Xolib-Mapping avg_operating_cost_per_sqm: 2.67, avg_heating_cost_per_sqm: 1.32 — nur als Benchmark-Defaults, nicht als räumliche Datenquelle
10. Technisch Datenbasis: ~12,4 Mio. m² Mietwohnungsfläche; regionale Daten intern vorhanden, aber nicht öffentlich; Anfrage beim DMB für Lizenzvereinbarung möglich; Gesamtkosten 2024: 2,67 €/m²/Monat (mit allen Positionen: bis 3,68 €)

Alternative Energiekostenquellen

Heizspiegel (co2online / BMU-gefördert) unter heizspiegel.de liefert Heizkosten-Benchmarks mit kommunaler Auflösung, aber nur als Web-Rechner, nicht als API. Techem Atlas 2025 bietet Energieverbrauch nach Bundesland und Stadt (PDF, ~100.000 Mehrfamilienhäuser, kostenlos nach Registrierung). ista/DIW Wärmemonitor ergänzt als Studie. Keine dieser Quellen hat eine öffentliche API oder maschinenlesbare Downloads.


WEG-Recht: dezentral und nicht digitalisiert

Beschlusssammlungen

Feld Details
1. Name WEG-Beschlusssammlung (§24 Abs. 7 WEG)
2. Herausgeber Jede einzelne WEG / deren Verwalter
4. Lizenz Privat (Einsichtsrecht nur für Wohnungseigentümer, §18 Abs. 4 WEG)
5. Format Kein Standard — digital oder analog, je nach Verwalter
9. Xolib-Mapping weg_resolutions[] — Xolib muss eigene Datenstruktur und Eingabemaske schaffen; kein externer Datenfeed möglich
10. Technisch Kein zentrales Register, keine öffentliche API, keine Open-Data-Quelle. WEMoG (1.12.2020) erlaubt elektronische Beschlussfassung und virtuelle Versammlungen (§23 WEG); dies schafft die rechtliche Basis für Xolibs digitale Beschlussverwaltung als Produktfeature

Grundbuch / Teilungserklärungen

Das elektronische Grundbuch ist in allen Bundesländern verfügbar (Portal: grundbuch-portal.de), aber streng zugangsreglementiert (§12 GBO: berechtigtes Interesse + §§133 ff. GBO: Zulassung zum automatisierten Abrufverfahren). Teilungserklärungen liegen als gescannte PDFs. Keine offene API — Zugang nur für Notare, Behörden und zugelassene institutionelle Teilnehmer. Für Xolib kein automatisierter Datenfeed realisierbar.

WEMoG-Relevanz für Xolib

Die WEG-Reform 2020 schafft klare Digitalisierungshebel: Online-Teilnahme an Versammlungen (§23 Abs. 1 WEG), rein virtuelle Versammlungen seit 2024/2025 (3/4-Mehrheit, befristet bis 2028), digitale Beschlusssammlungen rechtlich zulässig, jährlicher Vermögensbericht (§28 Abs. 4 WEG) als standardisierbares Datenformat, und erweitertes Einsichtsrecht in alle Verwaltungsunterlagen. Xolib kann sich als die digitale Infrastruktur positionieren, die diese gesetzlichen Möglichkeiten erstmals systematisch umsetzt.


Gesamtbewertung der Datenlandschaft und H3-Integrationsstrategie

Die regulatorische Datenlandschaft für Xolib zerfällt in drei Qualitätsstufen. Stufe 1 (API-ready): Grundsteuer-Hebesätze über die Regionalstatistik-REST-API — sofort in die H3-Pipeline integrierbar, AGS → Gemeindepolygon → H3-Index-Mapping. Stufe 2 (semi-maschinenlesbar): BBSR-XLSX für Mietpreisbremse und Kappungsgrenze, Milieuschutzgebiete als WFS in Berlin/München/Hamburg/Köln — erfordern einmalige Konvertierung und periodischen manuellen Refresh. Stufe 3 (manuell): Zweckentfremdungsverbote, Betriebskosten, WEG-Beschlüsse — hier muss Xolib eigene Datenstrukturen aufbauen und pflegen.

Die größte ungenutzte Chance liegt in der Kombination: Wenn Xolib als erstes System alle regulatorischen Layer (Mietpreisbremse, Kappungsgrenze, Milieuschutz, Zweckentfremdung, Grundsteuer) auf H3-Zellen projiziert und mit Objektdaten verknüpft, entsteht ein regulatorischer Compliance-Layer, den es als Open-Data-Aggregation so nirgends gibt. Die BBSR-XLSX und die Regionalstatistik-API sind dabei die Cold-Start-Datenquellen mit dem besten Aufwand-Nutzen-Verhältnis.